Eberhard von Koerber hat sich, wenn man so will, selbst wegrationalisiert. In der neuen Führungsorganisation des schwedisch-schweizerischen Elektromultis ABB Asea Brown Boveri AG, die er im achtköpfigen Zürcher Executive Committee mitbeschlossenen hat, taucht die von ihm geführte Regionalgesellschaft ABB Europa nicht mehr auf.

Mit Hilfe der schlankeren Konzernstruktur (die Regionalgesellschaften Amerika und Asien fallen ebenfalls fort) hofft der schwedische ABB-Präsident Göran Lindahl "größere Schnelligkeit und Effizienz" zu erreichen. Die Spartenchefs der ABB-Schwerpunktgebiete Elektrizitätsanlagen, Automationstechnik und Anlagen für die Öl- und Gasindustrie sowie die Petrochemie werden nach der Neuorganisation, die ab September gilt, weltweit direkter durchgreifen können.

Mit dem sechzigjährigen Koerber scheidet der letzte Deutsche aus dem engsten ABB-Führungszirkel aus. Er wird jedoch seinen Posten als Aufsichtsratschef der deutschen ABB-Tochter in Mannheim behalten und soll Konzernchef Lindahl künftig als Berater zur Verfügung stehen. Zudem steht von Koerber - eine Folge seiner Heirat mit einer Wehrhan-Erbin - noch dem Verwaltungsrat des traditionsreichen rheinischen Familienunternehmens vor.