Obwohl die erste Runde im Antitrust-Prozeß gegen Microsoft offiziell erst am 8. September beginnt, ist der juristische Schlagabtausch bereits in vollem Gang. So verdonnerte der zuständige Richter Thomas Penfield Jackson das Softwarehaus vergangene Woche dazu, den sogenannten Quelltext von Windows herauszurücken. Dagegen hatten sich die Anwälte des Unternehmens bislang hartnäckig gewehrt. Ihr Argument: Genausogut könne man ja auch Coca-Cola dazu zwingen, das Geheimrezept für sein Erfrischungsgetränk preiszugeben. Das Justizministerium in Washington hofft, mit Hilfe der Blaupause des Betriebssystems nachweisen zu können, daß Microsoft seiner Internet-Software mit Programmiertricks unfaire Vorteile verschafft hat.

Am vergangenen Montag ging das Unternehmen dann seinerseits in die Offensive.

Es beantragte, den Prozeß einzustellen, bevor er überhaupt begonnen hat. Das Argument: Die Klage des Justizministeriums sei voller falscher Fakten und außerdem nicht vom amerikanischen Kartellrecht gedeckt. Richter Jackson hat derweil bereits festgelegt, wie der Prozeß weiter ablaufen wird: In maximal vier Wochen sollen beide Seiten jeweils zwölf Zeugen aufbieten dürfen. Mit dem Urteil wird dann im Herbst gerechnet.