Eigentlich sollte es ein Modell werden für eine mutige Zukunft, sollte werben für das Talent der Architekten hierzulande. Doch jetzt wird der deutsche Pavillon für die Expo 2000 nichts weiter werden als eine dieser müden Messehallen, die man durchläuft, ohne an Architektur auch nur zu denken. Der Staat als Bauherr hat versagt, er hat den Architekten abgetrieben. Florian Nagler hieß der Mann, der den ersten Wettbewerb gewann er wurde auch Sieger der zweiten Ausschreibung und selbst als eine dritte Überarbeitung gefordert wurde und die Auftraggeber wieder mit neuen Nutzungsideen und veränderten Raumkonzepten kamen, gab Nagler nicht auf. Auch wenn von seiner Ursprungsidee, einer sehr eigenwilligen, bildhaften Pfeilerhalle, inzwischen nichts mehr übrig war. Als jetzt aber der Investor, an den der staatliche Auftrag inzwischen übertragen worden war, dem jungen Stuttgarter Architekten noch nicht einmal eine maßgebliche Rolle beim Bau seines eigenen Entwurfs zubilligen wollte, schmiß Nagler hin. Mit quälender Unentschiedenheit hat die Hannoveraner Leistungsschau seine Leistung zermalmt. Für einen Neuanfang ist es jetzt zu spät - und für die Expo die Zukunft bereits vergangen.