Der Ball rollt nun wieder, aber er trägt einen Trauerflor. Am Wochenende beginnt die Bundesliga ihre letzte, vielleicht ihre vorletzte Saison in alter Bedeutung. München, Leverkusen, Kaiserslautern, wer wird Deutscher Meister?, die wichtigste aller unwichtigen Fragen. Die Mühen eines Jahres, 34 Spiele, das zählt mehr als die flüchtigen Auftritte im Europapokal. Doch demnächst kommt die Europaliga, und sie wird die erste Bundesliga zur zweiten machen, die zweite zur dritten. Der Glanz ist dann weg.

Lokalderbys waren früher Spiele innerhalb einer Stadt, Rot-Weiß Essen gegen Sportfreunde Katernberg. Heute sind es Vergleiche zwischen Nachbarstädten, Dortmund gegen Schalke. Morgen ist das Spiel Bayern gegen Leverkusen in der Europaliga ein Lokalderby. So wird die Welt größer, und auch der Fußballfan kriegt es mit.

Zum Euro kommt die Europaliga, das paßt zusammen. Es geht ums Geld, für jedes Spiel, für jeden Spieler zig Millionen, darunter wird man es nicht machen.

Als die Sportfreunde Katernberg mit den großen Vereinen nicht mehr mithalten konnten, hieß es, das Geld mache den Fußball kaputt. Aber dem Fußball geht es prächtig. Noch nie wurden so viele Dauerkarten verkauft, obwohl noch nie so viel Geld im Spiel war. Das ist das Schöne am Fußball: Geld macht ihn nicht schlechter, sondern meistens besser, weil gute Spieler teuer sind. Und wenn sie dann gut spielen, ist vergessen, daß es um obszöne Summen geht.