Erschrocken habe ich dem ansonsten gut geschriebenen Dossier entnommen, ich prophezeite einen "Religionskonflikt zwischen Deutschen und Muslimen".

Weder ist mir die Gabe der Prophetie gegeben noch vertrete ich Huntingtonsche Thesen. Ich prognostiziere selbstverständlich keinen Kampf der Religionen in Deutschland. Hingegen trete ich mit aller Entschiedenheit für die Erleichterung beim Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ein sowie für die freie Religionsausübung. Auch plädiere ich unter anderem für einen deutschsprachigen islamischen Religionsunterricht in Übereinstimmung mit unserem Grundgesetz durch adäquat ausgebildete Lehrer sowie für einen Dialog mit den Muslimen, wobei allerdings kritisch zu prüfen ist, mit welchen Gruppen man den Dialog pflegt. Die meisten Muslime sind jedoch integriert und leisten in allen Bereichen ihren Beitrag für unsere Gesellschaft.

Prof. Dr. U. Spuler-Stegemann, Marburg

Das Land Brandenburg ist mit seinem Fach "Lebensgestaltung/Ethik/Religionskunde einen ersten Schritt auf einem richtigen Weg gegangen: Prinzipiell hat der von religiösen Partikulargruppen verantwortete Religionsunterricht als letztes Relikt der früheren kirchlichen Oberaufsicht im religiös eigentlich neutralen staatlichen Schulwesen keine Berechtigung mehr. Soll weitere Flickschusterei künftig vermieden werden, müssen die Weichen auf ein Fach Ethik/Philosophie für alle Schülerinnen und Schüler anstelle des Religionsunterrichts, welcher Couleur auch immer, gestellt werden. Wohlgemerkt: Ethik/Philosophie nicht lediglich als Ersatzfach für Religionsdissidenten, sondern für alle, und das gemäß objektiv-wissenschaftlichen Kriterien wie für alle anderen Fächer auch!

Dr. Wolfgang Proske Elchingen