Die Herren Knaus und Ogino hatten lange getüftelt, bis sie die Methode entdeckten: Der Kindersegen ließe sich je nach Bedarf herbeizaubern oder verhindern, frau müsse nur die richtige Temperatur ermitteln und die richtigen Tage berechnen.

Knaus-Oginos Rechenkünste sind offenbar auch das Vorbild vieler Börsianer.

Sie knobeln Anlagestrategien aus, mit denen Anleger an der Börse angeblich überdurchschnittlich gut abschneiden. Mittlerweile gibt es unzählige Strategien, die alle möglichen Börsenbarometer schlagen wollen, etwa den Dax, also den Durchschnitt der dreißig größten deutschen Aktiengesellschaften, oder den Wall-Street-Index Dow Jones.

Zu den populärsten Anlagemethoden zählt die Dow-Dividenden-Strategie. Ihre Erfinder hatten ursprünglich Aktien aus dem gleichnamigen Index ausgewählt.

Im Laufe der Zeit wurden aber auch für Deutschland sowie andere Länder vergleichbare Varianten ausgeknobelt.

Die Mutter aller Ideen ist die "Top-ten-Strategie": Jeweils am Jahresanfang pickt sich der Fondsmanager zehn Aktiengesellschaften mit der höchsten Dividendenrendite heraus, beispielsweise BASF, Commerzbank oder Deutsche Telekom. Das Ziel: eine möglichst hohe Relation der jährlich ausgeschütteten Gewinne zum aktuellen Aktienkurs. So klettern die Renditen, wenn die Dividenden steigen oder wenn die Aktienkurse fallen. Nach genau einem Jahr werden die Aktien ausgetauscht, die nicht mehr zu diesen zehn fruchtbarsten gehören, und durch Anteilscheine mit einer höheren Dividendenrendite ersetzt.

Das erstaunliche an dieser Strategie: In der Vergangenheit hat sie tatsächlich funktioniert. Die Investmentbank Prudential-Bache beispielsweise errechnete, daß Sparer mit den Top ten in einem Zeitraum von 23 Jahren deutlich besser abgeschnitten haben. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch viele andere Institute.