Hat die ZEIT nun zuviel Platz oder zuwenig? Zuviel, denn auf Seite 17 der vorigen Ausgabe steht: "Kandidat Schröder läßt die Wähler im unklaren" - am Ende eines Textes, der dauernd von ebendiesem Kandidaten handelt. Zuwenig: "Kanzler-Kulturbeauftragter Jürgen Flimm" heißt es auf Seite 33 - obwohl es immer noch um einen Kanzlerkandidaten geht. Oder doch zuviel Platz? "Clintons Verteidiger, allen voran Ehefrau Hillary" (1) - seine Frau wäre kürzer und dazu noch unverkrampftes Deutsch der Vorname fällt den meisten automatisch ein, und wenn er keinem einfiele, wäre es auch nicht schade. Oder doch zuwenig? Ein Buchstabe immerhin ist eingespart bei einer Montblanc-Besteigung "unter Leitung von Extremkletterguru Reinhold Messner" (2). Nach deutscher Deklination kann es nur des Gurus heißen, aber eben um ein s verlängert. Von Guru! Zieht das noch jemandem die Schuhe aus? Hört sich noch einer zu?

"Gestatten, von Guru", als Adelsprädikat: Das hätte Stil.