Wie, in Bill Gates' Namen, soll man darauf nur kommen: Zuerst das Symbol "Arbeitsplatz" anklicken, dann den Eintrag "Eigenschaften" wählen, das Register "Leistungsmerkmale" aktivieren, die Schaltfläche "Dateisystem" drücken, in dem dann geöffneten Dialogfeld das Register "Fehlerbehebung" anklicken, um schließlich den Eintrag "32-Bit-Datenträgertreiber für den Protected-Modus" zu deaktivieren.

Die komplizierte Prozedur dient nicht etwa dazu, den PC zu besonders schwierigen Dingen zu bewegen. Nein. Meistens, also nicht immer, verhindert sie nur, daß der Windows-Rechner plötzlich seine Arbeit einstellt - und Dateien auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Zwar steigt die Zahl der installierten Personalcomputer noch immer. 1997 gab es in Deutschland rund 21 Millionen. Doch davon wurden nur 3 Millionen privat genutzt - ein mageres Ergebnis, das jetzt, kurz vor der Cebit Home, veröffentlicht wurde.

Die Multimedia-Messe, die in der kommenden Woche ihre Pforten öffnet, ist speziell fürs private Publikum gedacht (siehe auch ZEITmagazin). Doch als hätten sie das große Heer der potentiellen Kunden bereits abgeschrieben, fehlen viele große Anbieter aus der Unterhaltungselektronik auf der diesjährigen Messe. Dort werden allerdings auch nur die ausgesprochenen Computerfreaks erwartet. Vor allem die Spieleproduzenten sind deshalb massenweise vertreten.

Keine Frage: Ihren Fans hat das multimediale Spektakel wieder viel zu bieten. Doch die High-Tech-Branche tut sich schwer damit, auch Laien von ihren Produkten zu überzeugen. Ein großes Wachstumspotential bleibt deshalb ungenutzt. Immerhin stufen sich noch drei Viertel der Bevölkerung im Alter zwischen 14 und 54 Jahren in die beiden Gruppen der Laien oder der Anfänger in Sachen Computer ein. Und 85 Prozent der Laien, über 11 Millionen Deutsche, haben - trotz der verbreiteten Multimedia-Euphorie - noch immer "kein Interesse" an Computern, fanden die Allensbacher Marktforscher im vergangenen Jahr heraus.

An der oft zitierten Technikfeindlichkeit der Deutschen kann diese Abstinenz nicht liegen. Schon Ende 1996 stellte der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) verblüfft fest, daß die Bundesbürger keineswegs Technikfeinde seien. Das für viele überraschende Ergebnis einer Umfrage: "Die deutsche Bevölkerung ist weitaus innovationsfreundlicher gestimmt als bisher angenommen." Im vergangenen Jahr wollte es die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) genauer wissen. Sie erforschte in vier europäischen Ländern, wie offen deren Bürger für den digitalen Fortschritt sind. Auch dabei schnitten die Deutschen erstaunlich gut ab. Beispiel: Die Haushalte hierzulande sind im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich und Spanien überdurchschnittlich gut mit PCs ausgerüstet.

Allerdings: Nicht einmal drei Prozent der von Allensbach befragten Laien in Deutschland planten, einen Computer zu kaufen. Manchen mögen die Rechner, trotz des Preisverfalls, noch immer zu teuer sein. Fast die Hälfte schreckte aber schon der Gedanke, "einen Computer bedienen zu müssen" - ein Armutszeugnis für Bill Gates und seine Software-Company, die schließlich den weltweiten Markt dominiert.