Vierzehn Mitarbeiter meiner Gruppe am Stanford Research Institute (SRI) gingen damals zu Xerox Parc. Ich hätte gern meine Arbeiten weitergeführt, also habe ich gefragt, ob ich da mitarbeiten könnte, aber sie hatten kein Interesse.

Heute hängt an fast jedem Computer eine Maus. Sie müssen ein reicher Mann sein ...

Die meisten Ihrer Entwicklungen sind heute Allgemeingut. Glauben Sie, daß sie dazu genutzt werden, die Arbeit effektiver und vielleicht auch einfacher zu machen? Oder erzeugen Computer nicht zusätzliche Probleme? Wir drucken doch immer mehr Papier aus, das wir gar nicht unbedingt brauchen. Und wieviel Zeit verbringen wir allein mit der Wartung unserer Computer?

Ich habe mich oft gefragt, ob es wirklich ein Fortschritt war. Aber wir befinden uns noch in einer primitiven Phase des Computerzeitalters. Hätten Sie mit dem Kenntnisstand des Jahres 1905 das Potential der Autoindustrie richtig eingeschätzt? Nehmen wir einmal als Beispiel das Einfädeln in eine Autobahn. Man schaut ein paarmal über die Schulter, um zu sehen, ob die Spur frei ist. Dabei gewinnt man viele Erkenntnisse über das Verhalten der anderen Autofahrer - aufgrund eines kurzen Blicks in den Rückspiegel. Wer hätte 1905 geglaubt, daß ein Mensch einmal eine Masse von 1500 Kilo, die sich mit hundert Stundenkilometern bewegt, nur aufgrund des Blicks in einen kleinen Spiegel zu manövrieren wagen wird? Im Fall der Computer glaube ich, daß wir einfach noch nicht weit genug sind. Daß wir noch vieles ändern müssen, um mit ihnen richtig umgehen zu können. Wir sollten aber nicht nur unsere Werkzeuge ändern, sondern auch die Art, wie wir Menschen denken und arbeiten.

Wie könnte das aussehen?

Nehmen Sie ein Computerdokument. Die Leute glauben immer noch, es müßte wie ein Dokument aus Papier aussehen - und dabei übersehen sie, daß sie es mit einem neuen Medium zu tun haben. In Zukunft werden wir anders mit Wissen umgehen und es auch anders verpacken. Ein Dokument kann die unterschiedlichsten Formen haben. Ich habe viel Energie darauf verwandt, das den Leuten klarzumachen. Die elektronische Post, die wir 1970 entwickelt haben, hatte schon Links, das heißt, sie konnte mit allen möglichen Objekten verknüpft werden - und trotzdem: Wenn man heute von einem Dokument spricht, denken die Menschen immer noch an ein zweidimensionales, statisches Ding.

Sie haben also nach dreißig Jahren immer noch Schwierigkeiten, die Leute von Ihren Ideen zu überzeugen?