San José Die medizinische Grundversorgung und Krankenhausaufenthalte für zehn Millionen Menschen könnten mit weniger als der Hälfte dessen bezahlt werden, was die Entwicklungsländer jährlich für Waffen, militärische Ausrüstung und Truppen ausgeben. In den entwickelten Ländern geben die Regierungen zehnmal mehr für ihre militärische "Verteidigung" als für Entwicklungshilfe aus, die den ärmeren Nationen zugedacht ist.

Wie kann die Welt mehr als 750 Milliarden Dollar pro Jahr für Waffen und Streitkräfte ausgeben, während gleichzeitig eine Milliarde Menschen in Armut leben müssen? Wie können entwickelte Nationen jedes Jahr genauso viel für ihr Militär bereitstellen, wie die ärmsten zwei Milliarden Menschen auf unserem Planeten insgesamt an Einkommen zur Verfügung haben?

Der internationale Waffenhandel ist eine der durchdringendsten Formen der Korruption. Politische und militärische Führer in vielen Ländern ermuntern zu Waffenkäufen und zum Anlegen von Rüstungsarsenalen - ohne Rücksicht auf die Not ihrer Mitmenschen. Wir wissen, daß sie in vielen Fällen die Chance nutzten, sich persönlich an solchen Transaktionen zu bereichern. Gleichzeitig werden die Waffen oft als Werkzeuge benutzt, um den demokratischen Prozeß zu stören und Menschen zu unterdrücken.

Und welche Länder stecken hinter der lukrativen Waffenindustrie? Die Nationen, die der Welt den größten Teil an konventionellen Waffen liefern, sind keine anderen als die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates.

Das neue politische Umfeld, das nach dem Ende des Kalten Krieges entstand, gestattet neue Perspektiven und Prioritäten. Es ist absolut notwendig, daß wir die nie dagewesene Chance zum Weltfrieden nutzen. Die Menschen aller Nationen, ob reiche oder arme, könnten profitieren, wenn die Finanzmittel für Kriegsvorbereitungen in Erziehung, Entwicklung, Gesundheit und Frieden umgeleitet würden.

Ich habe seit vielen Jahren die Gründung eines globalen Entmilitarisierungsfonds angeregt. Mein Vorschlag besteht darin, einen Fonds zu schaffen, der es der Welt ermöglicht, die schwer zu greifende Friedensdividende zu nutzen. Nationen würden freiwillige Zuwendungen für den Fonds leisten, die aus dem Geld stammen, das sie durch die Verminderung ihrer Militärausgaben einsparen. Auf diese Weise stünde ein Teil der Friedensdividende zur Verfügung, um die weltweite Entmilitarisierung voranzutreiben und eine UN-Bereitschaftstruppe zu finanzieren.

Der globale Entmilitarisierungsfonds wäre ein wichtiger Schritt hin zur Schaffung von Sicherheit. Er könnte von der Weltbank und UN-Behörden verwaltet werden, die mit der nötigen Autorität ausgestattet sind, um die Mittel gerecht und effektiv zu verteilen. Erstes Ziel des Fonds wäre es, die Friedensdividende zu schaffen und zu nutzen dann ginge es darum, den globalen Prozeß der Entmilitarisierung, der Demobilisierung und der Umwandlung der militärischen in eine zivile Industrie voranzutreiben drittens, weniger entwickelten Ländern zu helfen, ihre eigenen Pläne für eine demokratische Entwicklung zu verfolgen.