die zeit: Lord Richard, können Sie sich eigentlich ein Leben auf dem Lande vorstellen?

Richard Rogers: Das würde meine Liebe zur Stadt nur noch verstärken - ich bin einfach verrückt nach dem Städtischen.

zeit: In Ihren Büchern bezeichnen Sie die Stadt aber doch als als Ort der Umweltzerstörung, der Segregation und des Lärms. Das mögen Sie?

Rogers: Ich halte die Stadt als Ort der Begegnungen für unentbehrlich. Jede Form von Kultur hat hier ihren Ursprung, und ohne den Stadtbürger ist unsere Zivilisation, ist unsere Demokratie doch gar nicht denkbar.

zeit: Aber hat die Stadt als Hort der Kultur nicht längst ausgedient und ist zum Inbegriff der Unwirtlichkeit geworden?

Rogers: Eine Stadt bringt immer Extreme hervor, das Gute und das Schlechte.

Eine Tatsache ist aber, daß immer mehr Menschen in die Städte ziehen, nur zwanzig Prozent der Bevölkerung leben in Großbritannien noch auf dem Land.