Vergeßlichkeit läßt täglich Urlaubsträume platzen. Allein am Flughafen Frankfurt haben im vergangenen Jahr mehr als 10 000 Reisende kurz vor dem Abflug entdeckt, daß ihr Paß abgelaufen oder zu Hause liegengeblieben war.

Doch viele der Ausweislosen können trotzdem noch fliegen. Erste Hilfe bietet der Bundesgrenzschutz an. Die Beamten prüfen zunächst, ob der Zielort in einem Land liegt, mit dem Deutschland ein bilaterales Abkommen geschlossen hat. In diesem Fall darf der Fluggast auch mit einem Personalausweis einreisen, der höchstens vor einem Jahr abgelaufen ist.

Für andere Länder kann der Bundesgrenzschutz einen vorläufigen Reiseausweis ausstellen. Das Ersatzpapier kostet fünfzehn Mark. Dazu wird lediglich ein Personaldokument mit Lichtbild, zum Beispiel ein Führerschein, benötigt. Der provisorische Ausweis wird innerhalb von fünf Minuten gefertigt und gilt für die Dauer der Reise. Fast alle europäischen Länder akzeptieren ihn, Ausnahmen sind beispielsweise Bulgarien und die Tschechische Republik. "Bei manchen Ländern wie Tunesien wird die Einreise mit dem Ersatzausweis mal gestattet und dann wieder abgelehnt", sagt Klaus Ludwig, der Pressesprecher des Bundesgrenzschutzes. "Dann muß der Reisende selbst entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen will." Länder mit Visumpflicht erkennen das Ersatzpapier nicht an. Daher lehnen es schon die Fluggesellschaften ab, Gäste ohne Paß auf diesen Routen mitzunehmen.

Auf dem Frankfurter Flughafen befindet sich seit einem Jahr auch der Dokumentenservice (Ankunftshalle B, Terminal 1). Dessen Mitarbeiter stellen in Zusammenarbeit mit Behörden innerhalb einer Dreiviertelstunde einen vorläufigen Reisepaß aus, der auch in außereuropäischen Ländern akzeptiert wird. Allerdings sollten die Kunden dafür zumindest ihren Personalausweis oder den abgelaufenen Paß bei der Hand haben. Der Service kostet 185 Mark, hinzu kommen die bei der Paßbehörde zu zahlenden Gebühren.

Während des Urlaubs büßten 1997 nach Angaben des Auswärtigen Amtes mehr als 30 000 Deutsche ihre Ausweispapiere ein. Allein die deutsche Botschaft in Budapest mußte über 2000 Ersatzpapiere ausstellen, damit die Heim- oder Weiterreise angetreten werden konnte. Sobald der Urlauber das zuständige Konsulat erreicht hat, wird ihm in der Regel schnell geholfen. Nach einem Anruf bei seiner Paßbehörde in der Heimat stellt der Konsularbeamte einen vorläufigen Paß aus. Entdeckt der Reisende den Verlust der Papiere jedoch am Freitag nachmittag oder am Wochenende, kann er erst am Montag weiterfliegen.