Unter den Blinden ist der Einäugige König. So etwa müssen die Juroren des grün angehauchten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) empfunden haben, als sie ihre diesjährige Top-ten-Liste der umweltverträglichsten Autos zusammengestellt haben. "Öko-Autos", die sie uneingeschränkt zum Kauf hätten empfehlen können, haben die Tester nämlich nicht gefunden. Dem Rangersten - es ist der Smart des Daimler-Benz-Ablegers MCC - hat denn auch eher die Schwäche der Konkurrenz als die eigene Stärke zu Ehren verholfen.

Insbesondere bewerten die ökologischen Autotester den Benzinverbrauch des nur 2,5 Meter langen Stadtmobils als "enttäuschend" - obwohl sich der Smart mit nur 4,8 Liter Super begnügt.

Das Fahrzeug mit noch geringerem Durst auf den Markt zu bringen mißlang den Konstrukteuren deshalb, weil sie dem hochbeinigen Gefährt vorsorglich ein stabileres Fahrwerk und breitere Reifen verpaßten, um ihm das Schicksal der Mercedes-A-Klasse beim Elchtest zu ersparen. Wie der Spiritus rector des Kompaktwagens, Swatch-Chef Nicolas Hayek, kürzlich im stern bekannte, erschweren die zusätzlichen Bauteile nun auch den Einbau eines besonders umweltfreundlichen Hybridantriebs, der den Smart wahlweise mit Benzin oder Strom voranbringen würde.

Was die Ökotester beim Smart offenbar faszinierte, ist das Mobilitätskonzept des Herstellers. Sollte der Zweisitzer nämlich einmal zu klein sein, kann sich der Besitzer ein größeres Fahrzeug zu Sonderkonditionen beim Kooperationspartner Avis ausleihen. "Möglicherweise trägt der kleine Smart plus Mobilitätsgarantie dazu bei, individuelle Mobilität in Zukunft intelligenter zu organisieren", begründet der VCD seine Platz-eins-Entscheidung.