Wünscht nicht auch Namo Aziz sich ein Deutschland, das eben toleranter ist als der Irak, Iran, Afghanistan und die Türkei? Warum dann diese platten Vergleiche? Warum nutzt er die Geschichte einer gebildeten Frau mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen als Aufhänger, um sich über unterdrückte islamische Frauen, Ausländer mit Sprachproblemen und jugendliche Straftäter auszulassen? Warum bemüht gerade er die ausgelaugten Klischees vom kriminellen, ungebildeten Ausländer, der nur Geld vom Sozialamt kassieren will, aber seine Frau einsperrt und schlägt?

Würde ein gebürtiger Mitteleuropäer so was ablassen, man müßte ihn einen engstirnigen Rechtsausleger nennen, und die ZEIT würde ihm wohl kaum so viel Platz einräumen. Schade drum.

Dieter Schindlauer Helping Hands, Wien

Als halbwegs gleichberechtigte Frau, nicht Emanze, nicht Feministin, fühle ich mich bei der Begegnung mit Kopftuchträgerinnen oder gar verschleierten Frauen verhöhnt. Ich frage mich dann, weshalb es die Frauenbewegung hierzulande gegeben hat, für die auch ich mal auf die Straße gegangen bin.

Allzu viel hat sie ohnehin nicht bewirkt, aber doch etwas in Bewegung gesetzt. Und das möchte ich mittels Zustimmung zur Verschleierung nicht wieder aufs Spiel setzen.

Wahrscheinlich könnte man in unserem freien Land leichter mit dieser Problematik und der vielzitierten Toleranz gegenüber Andersdenkenden umgehen, wenn wir das im Grundgesetz garantierte Recht auf Freiheit der Religionsausübung wirklich frei handhaben würden, die Religion aus Kindergärten und Schulen ausklammerten und diese Frage den eigentlichen Erziehern, nämlich den Eltern überließen.

Rose Roth Schöffelding