Die betuchte Kundschaft "was not amused". Das monatelange Gerangel von BMW und Volkswagen um Rolls-Royce hat die potentiellen Käufer der britischen Edelkarossen so erschreckt, daß viele die geplante Neuanschaffung bis heute verschoben. Das berichten übereinstimmend die rund dreißig Rolls-Royce-Händler in Westeuropa, wo in den ersten sieben Monaten lediglich noch 462 der noblen Exemplare aus Crewe abgesetzt wurden. Im Vorjahr waren es immerhin 682 Stück. "Die Kunden zögern mit der Bestellung, weil sie auf keinen Fall einen Rolls mit VW-Motor wünschen", erklärt Rüdiger Czaker von Auto König in München.

Im September wollen sich die Europa-Händler deshalb zu einer Krisensitzung in Brüssel treffen, um mit dem Rolls-Royce-Management über eine Art Aufklärungskampagne zu beraten. Die Message: Technisch bleibt alles, wie es ist, unter der Haube werkeln BMW-Motoren. Die zweite Sorge der Händler: Was wird aus ihnen, wenn im Jahr 2003 VW die Marke Rolls-Royce an BMW abtritt und selbst nur die Schwestermarke Bentley behält?