Mit den großen Namen des Bundesliga-Fußballs konnte der kleine Münchner Sender Deutsches Sport-Fernsehen (DSF) bisher nicht aufwarten. Doch jetzt "haben wir einen großen Schritt in Richtung Fußball-Highlights" getan, freut sich DSF-Geschäftsführer Rainer Hüther. Gemeinsam mit Sat.1 wurden die Übertragungsrechte an den Uefa-Cup-Heimspielen der Bundesliga-Clubs Schalke 04, Bayer Leverkusen und VfB Stuttgart erworben - "für viel Geld" (Hüther).

In der ersten Runde bekommt DSF das Erstzugriffsrecht, das danach zwischen den Sendern wechselt. Allerdings: Von den Viertelfinalspielen an trifft Sat.1 die erste Wahl.

Für DSF ein Durchbruch, denn bisher konnte sich der Sportsender nur mit Zweitliga-Fußball profilieren. Andere Übertragungsrechte wie Basketball und Leichtathletik brachten vor allem eines: Verluste. "Doch auch mit den Uefa-Cup-Spielen wird es schwierig, Geld zu verdienen", schätzt Hüther. Das wissen die großen Privatsender RTL und Sat.1 schon längst. Was zählt, ist denn vor allem der Image-Gewinn. Nach welcher neuen Rechnungsart jedoch im Jahre 2001 laut Unternehmensplan der Break-even geschafft werden soll, bleibt das Geheimnis von DSF.

Zu verdanken haben sowohl der Sportsender wie auch Sat.1 den Prestigezuwachs der Münchner Rechteagentur ISPR - alle drei zählen zur Firmengruppe des Münchner Medienmoguls Leo Kirch. Die ISPR hatte sich die Rechte zu derart hohen Preisen gesichert, daß Konkurrenten wie Ufa Sports und SportA (ARD und ZDF) abgewunken hatten. Fragt sich nun, wer das hohe wirtschaftliche Risiko trägt, denn für attraktive Spiele und eine lange Verweildauer der Vereine im Wettbewerb gibt es keine Garantie. gf