In einigen Fällen kriegt man nichts raus. Über Maria und Babs zum Beispiel. Babs sagt, sie hat keine Ahnung, was in diesen Ferien war. Maria will gar nichts sagen. Kein Wort, nicht zu Babs jedenfalls, was nicht erstaunlich ist, denn Maria redet seit den Ferien überhaupt nicht mehr mit Babs. Das muß man sich mal vorstellen, ein Jahr lang die dicksten Freundinnen gewesen, dann drei Wochen USA, rumgegurkt bis runter nach Louisiana, fünfmal mit dem alten Auto in Texas liegengeblieben, abends das letzte kalte Coors geteilt - und jetzt: aus!

Ferienzeit ist die Zeit der Bewährung. Für Freundschaften. Wollt ihr euch ewig lieben, fahrt bloß nicht zusammen. Das ist eine alte Weisheit, die natürlich niemand befolgt. Lia mit den Richters, Marion mit Irmgard, Riemanns mit Schneiders, Elke im Fünferpack: Letzter Schultag, und schon rudelt alles zusammen los. Und jetzt? Ist Deutschland im Herbst! Bereits Ende August verzeichnet die Kartographie der Herzen ausgeprägte Kältezonen.

Marion verliert sich in der Beschreibung von der ach so wunderbaren Höhenwanderung, als sei ihre nette Kollegin Irmgard gar nicht dabeigewesen.

Paul lacht hart und bitter auf. Dann sagt er düster: "Am vierten Tag kam die Stunde der Wahrheit."

Zwei Paare, eine Aussprache: Wer holt denn hier Brötchen? Warum sollte nur ich abräumen? Probleme, die einer WG selbst an der Côte im Nacken sitzen.

War es vorauszusehen, daß die glutäugige Lotte mit unästhetisch verzerrten Zügen in ihrem Salat rumstochern würde, nur weil ein Idiot (Lottes Freund) den Salat ohne Balsamico angemacht hatte?

Von Miriam hören wir leider, daß sie mit ansehen mußte, wie ihre Freundin zur gemieteten Strandbude eilte, sobald ihr, Miriams, Mann da zum Badehosenwechseln eingekehrt war. Muß nur was holen! hätte sie dann immer gemurmelt .