Ulrich Wickert faltet kleine flache Päckchen mit einem hervorlugenden Dreieck, Jil Sander läßt falten, Jan Ullrich wirft zwischen den Rennen einfach alles in einen Sack. Jeder und jede steht vor der Frage: Wie halte ich's mit den Socken? Legen, falten, krempeln, rollen, ziehen - mehr als ein Dutzend Methoden gibt es für diesen kleinen alltäglichen Akt.

In Sachen Socken sind Männer oft Spitze. In diesem Spezialbereich des Hauswirtschaftens haben die meisten tatsächlich mindestens eine Methode erlernt. Die mütterliche Direktive führt lebenslang Regie, notfalls durch Intervention. In einem Kölner Haushalt entdeckte ein 35jähriger Politologe nach dem Besuch seiner Mutter, daß sie alle von seiner Freundin zusammengefügten Strumpfpaare wieder auseinandergenommen und auf die ihr angemessen erscheinende Weise umgekrempelt hatte. Ein Streit konnte haarscharf vermieden werden.

- Rollen. Die Strümpfe werden Ferse auf Ferse gelegt, von der Spitze her gemeinsam aufgerollt, dann wird das außenliegende Bündchen über das Knäuel gestülpt. Das Ergebnis: ein Ball. Anhänger dieser Methode betonen ihren spielerischen Charakter. Kritiker und vor allem Kritikerinnen weisen auf die Materialbelastung hin: Das Bündchen leiert aus, und die Strumpfkugeln können aus dem Schrank rollen. Aber dafür gibt es ja Schubladen. Ein spezieller Kniff einer Mitarbeiterin der Berliner Humboldt-Universität: die Strümpfe um die Hand wickeln, statt sie auf dem Tisch zu rollen.

- Klappen. Hacke auf Hacke, Spitze auf Spitze, einfach mittig klappen. Es entstehen kleine offene Päckchen, die im Schrank gestapelt werden. Stapeltips gibt Marie Wickert (nicht die Mutter von Ulrich) im Hauswirtschaftsbuch "Der Landhaushalt" aus dem Jahre 1952: Alles frisch Gewaschene immer nach unten legen, denn "das hat nicht nur den Vorteil, daß das Dutzend dann die gleiche Lebensdauer hat, sondern es verhütet Vergilben durch zu langes Liegen".

Im Hamburger Hanse Strumpf Kontor, einem Großhandel für Qualitätssocken, empfiehlt Andreas Gummer, die Socken gleich mit dem Knick über die Leine zu hängen. Ideal sei das Verstauen in der sogenannten englischen Schublade, die nach vorne offen ist, wegen des guten Überblicks. Der Clou für Klapper ist ganz eindeutig der Sachsenbügel. Das sind diese strumpfbreiten, zu einer Seite hin offenen Bügel, wie sie in Geschäften hängen. Früher gab es die Sachsenbügel, die wahrscheinlich so heißen, weil die meisten Strumpffabriken in Deutschland in der Gegend um Chemnitz beheimatet waren, aus Horn und Schildpatt ganz selbstverständlich für den Privatgebrauch.

- Krempeln. Die Strümpfe aufeinanderlegen, einen leicht am Bündchen öffnen und beim Umkrempeln den anderen ein Stückchen mitnehmen. Die Strümpfe sind oben verschlungen, die Enden baumeln. Wird von praktischen Geistern gerne zur Zwischenlagerung von dicken Wollstrümpfen genutzt. Möglich ist es natürlich auch, mit dem Bündchen die Spitze des Zweiten im Bunde festzuwickeln. Beide Spielarten werden gerne zum Arrangieren von Stopfmaterial beim Kofferpacken genutzt. Für die Zwischenlagerung einzelner Socken ohne Gegenstück verrät eine Bielefelder Geschichtsstudentin ihren Geheimtip: Bis zu einem Dutzend können im Kettenkarussellprinzip miteinander übersichtlich verknüpft werden.

- Ziehen. Eine Hand schlüpft bis zur Spitze in eine der beiden Socken, greift so bestrumpft nach der zweiten und zieht diese mit Hilfe der anderen Hand in sich hinein, wobei das Äußere der ersten Socke nach innen gekehrt wird. Ungeahnter Nebeneffekt: die Kontrolle, ob das Teil ein Loch hat und nicht nur an der Hacke fadenscheinig ist.