Washington

Der amerikanische Schlag gegen terroristische Stützpunkte in Afghanistan und im Sudan sollten nicht nur als Antwort auf die Sprengstoffanschläge in Kenia und Tansania gesehen werden. Er steht vielmehr für die langfristige, grundsätzliche Methode, mit der die Vereinigten Staaten die Kräfte des Terrors bekämpfen werden. Wir werden genauso unbeirrbar in der Verfolgung unserer Ziele sein, wie es diejenigen sind, die Terror propagieren.

Das Lager im Mittelpunkt des Terror-Netzwerks

Aber Terroristen müssen wissen, daß wir uns nicht auf eine passive Verteidigung beschränken werden. Amerika wird sich und seine Interessen auch durch aktive Maßnahmen wie die Raketenschläge der vergangenen Woche verteidigen. Wie immer werden wir versuchen, mit unseren Freunden in der Welt, wenn irgend möglich, zusammenzuarbeiten. Aber wir werden auch, falls nötig, allein handeln.

Das Netzwerk von Terror und Mord bin Ladens ist eng verknüpft mit dem Trainingscamp in Afghanistan, gegen das wir unsere Operation gerichtet haben. Es wird gelegentlich als "Terroristen-Universität" bezeichnet und ist das größte Trainingslager für sunnitische Terroristen in der Welt. In diesem Camp absolvieren Terroristen aus aller Welt ein paramilitärisches Training, das vom Zielschießen über das Herstellen von Sprengkörpern bis zum Umgang mit Tanks und anderen gepanzerten Fahrzeugen reicht. In den vergangenen Monaten ist dieses Lager vergrößert worden, auch durch die Errichtung neuer Gebäude; das deutete darauf hin, daß eine Ausweitung des Trainings geplant war. Diese Tatsachen halfen uns bei unserer Entscheidung, einen Schlag gegen das Ausbildungslager zu führen.

Über die Operation vom vergangenen Donnerstag hinaus muß die amerikanische Nation eine fundiertere und grundsätzlichere Einstellung gegenüber der langfristigen Drohung gewinnen, die der Terrorismus darstellt. Und wir müssen darüber nachdenken, wie wir darauf reagieren sollen. Die terroristische Bedrohung hüllt sich zynisch in eine Rhetorik des Heiligen. Doch wenn der Terrorismus seiner Maske beraubt wird, offenbart er sich nicht als heilig, sondern präsentiert das Gesicht des Bösen. Radikale Extremisten haben Amerika und unseren Freunden den Krieg erklärt, sie haben unschuldige Zivilisten ebenso ermordet wie Soldaten und Diplomaten, und sie erfreuten sich am Leiden ihrer Opfer. Bewaffnet mit Lastwagenbomben fordern sie, daß wir uns aus vielen Teilen der Welt zurückziehen. Die Option des Rückzugs mag manchen einleuchten, doch sie widerspricht den Werten unserer Nation.

Wir wissen, daß diejenigen, die sich in Tyrannei oder Terror engagieren, von Zeichen der Angst oder Schwäche profitieren. Doch die Forderung von Erpressern können niemals befriedigt werden, weil sie ihren Preis mit jeder ihnen gewährten Konzession erhöhen. Es kommt der Zeitpunkt, an dem sich Opfer wehren müssen, wenn sie nicht in kläglicher Feigheit untergehen wollen. Amerika hat sich nie vor kommunistischen oder faschistischen Tyrannen geduckt. Wir können es radikalen Extremisten nicht erlauben, daß sie uns zum Verzicht auf das Erbe zwingen, für das unsere Vorväter gekämpft haben und gestorben sind.