Die skandalöse Arbeitslosenquote beeindruckt Filmemacher: So viel Unbill ist per se dramatisch. Lassen wir ihn also die Welt nicht mehr verstehen, unseren frischgefeuerten Protagonisten, und auf Abhilfe sinnen. Er wird dann schon zur Knarre greifen und irgendwas Extremes tun, ohne daß das Publikum ihn ganz verurteilen kann. Und so mag der Film beginnen.

Manchmal geht das gut und öfter auch nicht. Wovon hängt's ab? Wahrscheinlich davon, ob Drehbuchschreiber und Regisseur das Drama Arbeitslosigkeit ernst genug nehmen, ob sie es als großes Motiv für Existenzwende, Selbstzerstörung, Neuanfang ausschöpfen. Als bloßer Anlaß oder Aufhänger im Sinne eines Zufalls ist es verschenkt, und das rächt sich. Dabei ist es egal, ob der Arbeitslose Held eines Krimis, einer Tragödie, eines Kammerspiels oder einer Posse ist. Man muß, als Zuschauer, schon merken, daß eine Entlassung mehr bedeutet als der Ausschluß aus einer Belegschaft: daß sie, in manchen Fällen, dem Rausschmiß aus der Normalität, ja aus dem Leben gleichkommt. Und dann mag der Film beginnen.

Gelacht hätte man gern mit diesem Knaben, der ganz unten war und am Ende oben ist. Aber weil man das "ganz unten" nie gesehen hat, kauft man auch das "ganz oben" nicht. Arbeitslosigkeit ist nicht von selbst komisch, sie ist ein Drama; damit die Geschichte, die sich vor diesem Hintergrund entwickelt, lustig wird, muß zuvor das Unglück vorgekommen sein. Der gekündigte Hubert war kein Stück verzweifelt, höchstens etwas verwirrt, sogar gelangweilt. Das blieb so. Und es steckte an.

"Das ist ein Überfall!" brüllt Hubert und fuchtelt. Die Kassiererin glaubt ihm nicht: "Hier gibt's keine Überfälle." So war das auch mit dem Film. Er behauptete, was er hätte ausstrahlen müssen.