Noch 173 Tage, dann ist es wirklich zehn Jahre her. Und er fehlt uns noch immer. Verlassen sind seine Anbeter und dilettierenden Nachdichter. Verloren seine Feinde - einen besseren Feind haben sie noch immer nicht gefunden. Die ganze Welt saß auf seiner Strafbank. Und wo sonst gehört sie bis heute hin?

Thomas Bernhard ist am 12. Februar 1989 gestorben, und die Folgen sind noch immer unabsehbar. Eine kleine Wiederauferstehung widerfährt dem alten Meister im September in Berlin. Vom 1. bis zum 28. September veranstaltet die Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik Lesungen, Ausstellungen und Podiumsgespräche im Literaturhaus in der Fasanenstraße. Eine Bernhard-Ausstellung von Erika und Wieland Schmied ist im Haus des Deutschen Bundestages zu sehen. Das Kino Arsenal bringt eine Bernhard-Retrospektive.

Ein internationaler Kongreß über Bernhard und die Weltliteratur findet vom 16. bis zum 20. September im Berliner Literaturhaus statt, mit siebzig Vorträgen über Bernhard als Librettisten, Bernhard am Abgrund, Bernhard in Japan und vieles mehr. Solange immer etwas dazukommt, sagt Bernhard, hat auch alles einen Sinn, sonst hat alles keinen Sinn, und das kann niemand wollen.