Josef Baumberger, den die Pornowelt Dino nennt, hat alles, was das Leben richtig schön macht: Ferraris, Mercedes 600, und ein Privatflugzeug vom Typ Bonanza. Der Mann entspricht allen Klischees: Schwere goldene Rolex, Halskettchen und eine Cartier-Brille mit vielen Schrauben, die seinem weichen Gesicht Ausdruck verleiht.

Vor einem Jahr heiratete Dino sein Produkt, die Silikon-Ikone "Dolly Buster".

Es irritiert den 54jährigen Österreicher, wenn er nicht gleich nach ihr gefragt wird. Immerhin endeten solche Ehen zwischen Pornoproduzenten und ihren Markenartikeln oft genug im Desaster - nach dem Muster Gewinnbeteiligung, Überschreibung, Scheidung, Sturz in die Armut ...

Dino kann das nicht passieren. Dank seiner Distanz zur eigenen Passion kann er von der Liebe leben, weil sein Leben nicht die Liebe ist. "Geld ist übergeil", sagt Baumberger, "nur wenn man zuviel hat, verliert es seine Geilheit." Baumberger ist einer der Größten seiner Branche. Im Monat bringt er elf neue Hardcore-Videos auf den Markt. Jährlich macht das Dino-Blue-Movie-Imperium (DBM) fünfzehn Millionen Mark Umsatz. "Aber mich interessiert nur der Gewinn."

Seine Videos haben Titel wie "After Burner", "Schwanz im Glück" oder auch "Dildo hat euch lieb". In der ersten Auflage werden jeweils 800 bis 1000 Stück verkauft, bei einem Absatz von 700 Stück erreicht DBM die Gewinnzone.

Manche Videos entstehen billig am Schneidetisch. Andere Produktionen sind teuer. Wenn auf Malibu, Hawaii oder in Las Vegas gedreht wird, geht es kaum unter 50 000 Mark ab. Als Kulisse für das Werk "Secrets of Mozart" mietete DBM für eine Woche den "Schloßwirt" in Anif bei Salzburg, wo sonst gern Festspielgäste schlafen.

Solche Drehorte sollen Qualität garantieren, um sich abzuheben von den mehr als 400 neuen Pornos, die jeden Monat den deutschen Markt zum Handanlegen animieren, weil heute jeder mit seiner Handycam einen Porno drehen kann.