Wer schon einmal in Klagenfurt war, will nach Klagenfurt recht eigentlich nicht mehr zurück. Zu klein, zu habsburggelb, zuwenig Geschäfte. Die Leute zu freundlich, der See zu schön, die Herzen und Hirne der Kulturstadträte zu schwarz. Ingeborg Bachmann wurde nach ihrem Tod zwangsheimgeholt und ungefragt in Klagenfurt beerdigt. Nun hat Julien Green, geboren 1900 in Paris, gestorben 1998 in Paris, ein Pariser bis tief in den silbernen Stockknauf, in Klagenfurt seine letzte Ruhe gefunden. Bischof Egon Kapellari bestattete den französischen Dichter in der Stadtpfarrkirche St. Egid, nachdem sich in Frankreich offenbar keine passende Grabstelle gefunden hat.

Was Julien Green, der zeit seines Lebens von Amerika träumte, dazu bewog, seine letzte Reise in die Hauptstadt Kärntens anzutreten, ist nicht bekannt.

Aus Klagenfurt wurde lediglich mitgeteilt, der Stadtsenat habe in einer Sitzung einstimmig beschlossen, die Begräbniskosten zur Hälfte zu übernehmen.

O ihr spendablen Räte!