Eine mögliche Auswirkung der politischen Wende von 1989 haben Forscher aus Jena entdeckt: Ostdeutsche Kinder sind deutlich schwergewichtiger als noch vor zwanzig Jahren. Schuld daran könnte das veränderte Angebot an Nahrungs- und Genußmitteln seit der Wiedervereinigung sein, spekuliert man im Institut für Humangenetik und Anthropologie der Universität Jena. Seit rund hundert Jahren messen Wissenschaftler dort Größe, Gewicht, Schulter- und Beckenbreite sowie die Dicke von Hautfalten. Die jüngste Untersuchung an mehr als 2000 Schul- und Vorschulkindern aus Jena zeigt: Zwischen 1985 und 1995 gab es einen deutlicheren Anstieg als je zuvor. Gegenüber 1975 wiegen die vier- bis fünfjährigen Kinder jetzt durchschnittlich zwei Kilogramm mehr. Besorgt registrieren die Forscher eine "Tendenz zur Übergewichtigkeit und Fettsucht".