"Wir sprechen überhaupt zuviel, wir sollten vielmehr zeichnen." Schon der alte Goethe hegte die Hoffnung, daß Visualisieren den schnellen Durchblick bringt. Doch immer noch droht in Klassenzimmern wie Hörsälen das Chaos, wenn Lernstoff im Bild präsentiert wird. Der Overheadprojektor wird zur Folien-Schleuder, die Tafel zum abstrakten Wandgemälde, und spätestens beim Flußdiagramm gehen die meisten Lehrenden endgültig baden. Joachim Starys Ratgeber "Visualisieren. Ein Studien- und Praxisbuch" weist den Weg aus der Misere: Seine Tips nehmen Referendaren und Referenten den Horror vor quietschenden Kreidestücken, widerspenstigen Flip-charts sowie PC-Graphikprogrammen. Und sie helfen, Diaabende erträglicher zu machen. Denn selbst jene häuslichen Veranstaltungen, bei denen sich Gastgeber nicht selten als Geiselnehmer entpuppen, spart Stary nicht aus. Sein Ratgeber ist kein wissenschaftliches Buch, aber reich an weiterführenden Literaturhinweisen und World-Wide-Web-Adressen. Und weil der Autor sein Metier beherrscht, hat er diese mustergültig durch Symbole gekennzeichnet.

* Joachim Stary:

Visualisieren

Ein Studien- und Praxisbuch

Cornelsen Verlag Scriptor,

Berlin 1997

184 S., 24,80 DM