die zeit: Das Bildungsministerium will bei ausländischen Unternehmen Lehrstellen mobilisieren. Sie begleiten diese Aktion wissenschaftlich. Wie viele Ausbildungsplätze sind drin?

Helga Herrmann: Von rund 30 000 Betrieben mit einem griechischen, spanischen, türkischen, italienischen oder portugiesischen Inhaber bilden zur Zeit nur sechs Prozent aus. Nach unserer Untersuchung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln schlummert bei ausländischen Selbständigen eine Reserve von rund 11 000 Lehrstellen.

zeit: Woran hakt es bisher?

Herrmann: Nicht an mangelnder Bereitschaft. Hauptproblem sind gravierende Informationsdefizite. Die Inhaber wissen nicht, ob der eigene Betrieb überhaupt groß genug ist oder wie sie an die Ausbildereignung herankommen.

Man kann nicht von ihnen erwarten, daß sie zu den Kammern hingehen und sich die Informationen abholen. Sie müssen in die Betriebe hineingetragen werden.

Das ist eine Bringschuld.

zeit: Wie geht es jetzt weiter?