Die Dissertation soll den Nachweis einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit erbringen. Die Angebote von "Promotionsberatern" verführen die "Titeljäger in Zeitnot" dazu, diesen Anspruch zu übersehen.

Auch darf man wohl fragen, welchen Umfang Beratungs- und Organisationsleistungen, für die 30 000 Mark bezahlt werden, haben. Um sicherzustellen, daß Doktorarbeiten eigenständige wissenschaftliche Leistungen bleiben, hat die Hochschulrektorenkonferenz bereits 1994 Regeln verabschiedet. Diese sehen vor, allen Doktoranden eine eidesstattliche Erklärung abzuverlangen, daß sie für die inhaltlich-materielle Erstellung der Doktorarbeit - dazu gehört bereits die Gliederung - keine entgeltliche Hilfe von Vermittlungs- und Beratungsdiensten in Anspruch genommen haben. Eine falsche Erklärung an Eides Statt ist strafrechtlich relevant und führt zum Entzug des Doktortitels.

Dr. Josef Lange Hochschulrektorenkonferenz, Bonn