die zeit: Sie residieren in Hannover, sind Sozialdemokrat, gelten innerhalb der Partei als Schröder-Mann. Sie zumindest müßten uns doch verraten können, was der Kanzlerkandidat will.

Hubertus Schmoldt: Er will bundesweit das machen, was er bislang in Niedersachsen recht erfolgreich betreibt: Politik, Wirtschaft, Verbände einschließlich der Gewerkschaften an einen Tisch bringen, um so bessere Chancen für Investitionen und damit neue Jobs zu schaffen.

zeit: Sie vermeiden mühsam den Begriff "Bündnis für Arbeit". Ist der schon verbraucht, bevor es richtig losgeht?

Schmoldt: Es gibt niemanden, der diesen Begriff so oft in den Mund genommen hat wie ich. Allerdings habe ich schon überlegt, ob wir einen neuen brauchen, weil wir mit dem alten zweimal auf die Nase gefallen sind: erst im April 1996, als die Bundesregierung das Bündnis platzen ließ, und dann mit dem Bündnis-Ost. Doch wir sollten dabei bleiben, nicht zuletzt weil wir damit in der Bevölkerung eine so hohe Akzeptanz erreichen konnten ...

zeit: ... können Sie immer noch?

Schmoldt: Ich glaube schon. Warum sonst sollte die CDU so kurz vor der Wahl versuchen, auf diesen Zug aufzuspringen?

zeit: Was läßt Sie hoffen, daß das Ganze mehr wird als ein gigantischer Medienzirkus? Niemand kann am Kanzlertisch neue Jobs versprechen, und die jeweils richtige Politik sollten alle auch aus eigenem Antrieb machen.