Verlängerung: Durch die Einführung des Euro verlängert sich das Jahr um knapp eine Woche. Das Zinsjahr jedenfalls. Bisher war es in Deutschland üblich, bei der Berechnung von Anleihezinsen 360 Tage im Jahr zugrunde zu legen. In Zukunft wird jedoch von der tatsächlichen Anzahl - 365 beziehungsweise 366 Tage im Schaltjahr - ausgegangen. Die Jahresrendite erhöht sich damit leider nicht. Folgen hat die neue Methode lediglich für die Stückzinsen beim Kauf und Verkauf laufender Anleihen.

Anleger, die zum Beispiel am 1. März Anleihen für 1 Million D-Mark verkaufen, erhalten künftig für die beiden vorangegangenen Monate 250 D-Mark weniger Stückzinsen als bisher.

Hoffnung: Die drohende Niederlage der Bonner Regierungskoalition bei der Bundestagswahl am 27. September treibt ganz offenbar den Kurs der T-Aktie nach oben. Die Anteilscheine der Deutschen Telekom sind seit einiger Zeit derart gefragt, daß sie ihre jüngsten Kursverluste aus der Börsenbaisse schon fast wieder ausgeglichen haben. Selbst Gerüchte um eine milliardenschwere Schieflage im Immobilienbereich konnten dem Kurs nichts anhaben. Die T-Aktie, so heißt es in Frankfurt, sei einer der wenigen Börsenwerte, der von einem Sieg des Sozialdemokraten Gerhard Schröder profitieren könnte. Die Börsianer spekulieren darauf, daß eine rotgrüne Regierungskoalition einen Teil der Telekom-feindlichen Deregulierungen auf dem Telekommunikationsmarkt zurücknehmen wird.

Belohnung: Wer umweltschonend baut, wird nicht nur vom Staat gefördert. Die Umweltbank in Nürnberg, die neuerdings der Frankfurter Ökobank Konkurrenz macht, gewährt grüngewirkten Häuslebauern einen Bonus auf die Schuldzinsen.

Je mehr "Ökokomponenten" das neue Heim aufweist, um so billiger wird der Kredit. Der Effektivzins für zehn Jahre läßt sich so von 5,75 auf bis zu 5,43 Prozent verringern.