Die technischen Finessen, mit denen in Zukunft die Gebühren für den Güterverkehr auf der Straße elektronisch erfaßbar werden, sind das Lieblingsthema von Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann. Sprachlich nachgerade preisverdächtig ist, was der Minister auf einer Tagung der Verkehrsgewerkschaft im Beamtenbund kürzlich pries. Froh kündigte er an, daß Lkws demnächst gerechter "abgepreist" werden können. Weil es bald "gepreiste" Frachttarife gebe, in denen der gefahrene Kilometer Straße "bepreist" wird.

Das wird der Staatskasse etliche Millionen, wenn nicht gar Milliarden erpreisen - vorausgesetzt, es wird nicht gleich wieder umgepreist.

Schließlich ist zu erwarten, daß die Spediteure Wissmanns Abpreisung erst mal verpreisen. Denkbar auch, daß der Plan ganz aufgegeben wird, weil er den ordnungspolitischen Vorstellungen der Liberalen widerspricht, die doch lieber alles entpreisen. Schlimm wird's freilich, käme Rot-Grün an die Macht. Dann wird alles durchgepreist.