Ja, das liebe Geld. Man kann direkt zusehen, wie es einem unter den Fingern zerrinnt. Immer verzweifelter bibbert man dem wichtigsten Ereignis eines jeden Monats entgegen: der Gehaltsabrechnung. Schon das Alltagsleben ist kaum noch finanzierbar, und da soll Urlaubmachen noch drin sein? Jawohl, wenn auch unter allergrößten Anstrengungen.

So schreiten wir beherzt, den immer leerer werdenden Beutel tapfer ignorierend, wie in jedem Jahr erstens ins Reisebüro und zweitens zur Bank.

Denn die muß schließlich trotz des notorisch überzogenen Girokontos die Peseten rausrücken, welche für einen halbwegs komfortablen Spanienurlaub unabdingbar sind.

Ein Gang freilich, den man sich genausogut sparen könnte. Schließlich heißt unser Reiseziel Mallorca, das Paradies, in dem der Bundesbürger sich bekanntermaßen zu Hause wähnt und daher auch so benimmt. Was sich im übrigen nicht nur in der totalen Ignoranz von landestypischen Gebräuchen niederschlägt, sondern auch im Portemonnaie. Wozu das ganze Gefummel mit den exotischen Peseten, nicht wahr, wenn man die mallorquinische Dauerwurst genausogut im gewohnten Heimatkurs bezahlen kann.

Kein frommer Wunsch, wie unlängst eine Hamburger Tageszeitung berichtete, sondern Realität geworden in einem Ort, der zwar auf sämtlichen Landkarten unverständlicherweise als Port d'Andratx ausgewiesen wird, in Wahrheit und aus gutem Grund jedoch Klein-Düsseldorf heißt. Diese Goldgrube überläßt man nur ungern dem spanischen Geschäftsmann allein, was einen raschen Zustrom deutscher Ladenbesitzer zur Folge hatte. Deren innigster Wunsch? Deutsche Kundschaft, versteht sich, mit reichlich locker sitzender Deutscher Mark, und das ging voll und ganz in Erfüllung.

Eine Zeitlang jedenfalls. Denn diese Quelle ist versiegt, nachdem aufmerksame Regierungsinspektoren der leider immer noch unter spanischer Herrschaft stehenden Baleareninsel das Abkassieren ausschließlich in Landeswährung gestattet haben.

Bißchen übereifrig, die Herren Beamten, oder? Hätten doch wirklich mal ein Auge zudrücken können, bis sich die Sache in Kürze von selbst erledigt. Mit Euro wär' das nicht passiert.