Wie die Bahn AG stolz berichtet, haben ihre Spitzenmanager erstmals Hautkontakt mit schienengebundenen Produkten aufgenommen. Geschmacksproben der Manager hätten ergeben, daß der Normkaffee in Mitropa-Speisewagen bei minimaler Temperatur maximal dünn sei. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Untersuchungen hat Gregor Gysi (PDS) spontane Solidarität mit den betrogenen Massen in deutschen Speisewagen bekundet. Der dünne Kaffee habe in DDR-Zeiten zu den dunkelsten Kapiteln gehört und dürfe sich nie wiederholen. Aus Protest gegen die Barbarei der Bahn hat Gysi von sich aus die TV-Gebühren gesenkt.

Auch das Fernsehprogramm sei kalter Kaffee, weil die PDS in ARD-Wahlsendungen nur dünn zu sehen sei. Erfahrene Parteifunktionäre hätten das ARD-Unterdrückungssystem observiert und routinemäßig Geruchsproben entnommen.

Dabei ist auch die massenhafte Repression von Gysis Persönlichkeit durch die "Mächtigen im Deutschen Bundestag" scharf gerügt worden. 137 führende Intellektuelle, an der Spitze der Kabarettist Dieter Hildebrand und der Gewerkschaftschef Holz und Kunststoff, Gisbert Schlemmer, leisten Widerstand gegen Gysis Vertreibung aus dem Parlament und vergleichen den Fall mit der Hetzjagd auf Berti Vogts. In einem Aufruf, der der FR (5. 9. 1998) exklusiv als Kopie vorliegt, fordern sie mit sofortiger Wirkung die "Mächtigen" auf, Gysi solle genauso im Bundestag verbleiben dürfen wie Berti Vogts in der Nationalmannschaft. "Die Mächtigen in Bonn haben dies gemeinsam: Er soll raus aus dem Bundestag." Zustimmend äußerte sich auch Wolfgang Gehrcke (PDS). "Bei Künstlern ist der Wunsch, Gysi drinzuhaben, relativ weit verbreitet." Relativ kompromißbereit zeigte sich Joschka Fischer. Er versprach Gysi im Berliner Reichstag einen Sperrsitz auf Lebenszeit, falls Kohl Bundestrainer werde.

Gerhard Schröder meinte dagegen, unter Rot-Grün gebe es keine Kompromisse, sonst sei bald Finis