Ein grüner Verkehrsminister, der seine erste neue Autobahn einweihen muß, eine grüne Umweltministerin, die beim Klimaschutz, eingeklemmt in Sachzwänge, ähnlich laviert wie derzeit Angela Merkel - sie werden von der außerparlamentarischen Umweltlobby wenig Nettes zu hören bekommen, soviel steht fest. Und die Medien werden genüßlich versuchen, nach Ende der traditionellen Schonfrist grüne Minister von den Umweltverbänden zerfleischen zu lassen. So funktioniert halt die Mediendemokratie. Die Ökoverbände dürften in den Agenturmeldungen etwas nach oben rutschen, doch was sie dort verkünden, wird nicht mehr Überzeugungskraft, sondern auch Diplomatie von ihnen verlangen.

* Walter Schmidt ist Pressesprecher des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).