Beim klassischen Currency Board (Währungsrat) gibt ein Land seine Währungssouveränität vollständig auf. Die Zentralbank wird durch einen Währungsrat ersetzt, der die heimische Geldbasis nur erhöhen darf, wenn sie durch Reserven der Leitwährung zu einem vorher festgesetzten Wechselkurs gedeckt ist. Damit ist ausgeschlossen, daß Regierung und Geschäftsbanken inflationsfördernde Zentralbankkredite erhalten. Die Geldbasis im Inland hängt einzig von den Wechselbeziehungen mit dem Ausland ab: Gibt es einen Zahlungsbilanzüberschuß, vergrößert sich die Geldmenge

bei Kapitalflucht und Leistungsbilanzdefizit nimmt sie ab.

Meist behalten die Länder ein Minimum an währungspolitischer Souveränität, indem sie den Währungsrat oder die Zentralbank Mindestreservesätze festsetzen lassen. Sinnvoll ist ein Currency Board vor allem für kleine, offene Volkswirtschaften wie Hongkong oder die baltischen Staaten, da ein stabiler Wechselkurs den Warenaustausch vereinfacht. Relativ großen Marktwirtschaften wie Rußland kann hingegen das Currency Board nur empfohlen werden, wenn das Vertrauen in die eigene Regierung und Währung wie derzeit vollends zerstört ist. Einen absoluten Schutz vor Währungsspekulation aber bietet ein Currency Board nicht einmal gut funktionierenden Marktwirtschaften: Ein massiver Kapitalabzug wie derzeit in Hongkong kann die Geldmenge so weit schrumpfen und die Zinsen in die Höhe steigen lassen, daß sich das Currency Board wegen der verheerenden realwirtschaftlichen Effekte nicht mehr halten läßt.