Startfreigabe für Teal 22 auf der Robbins Air Force Base nahe Atlanta. Es ist 18.02 Uhr, als die dickbäuchige WC 130 Lockheed Hercules der Hurricane Hunters abhebt. Ein Moment, auf den ich lange gewartet hatte. Beim Eintreffen der Mitfluggenehmigung vom Pentagon war ich noch voller Erwartungen. Aber heute morgen auf der Fahrt zum Fliegerhorst, nach einer schlaflosen Nacht, fehlte nicht viel, und ich wäre umgekehrt. Doch der Reiz, die Männer des 53. Wetteraufklärungsgeschwaders der US-Luftwaffe, die in den USA einen legendären Ruf genießen, bei ihrer Arbeit zu beobachten, war schließlich stärker. Sie sind die einzigen auf der Welt, die regelmäßig ins Auge der Hurrikans fliegen, um Daten über ihre Stärke und ihre Richtung zu sammeln.

Ohne diese Informationen, die anders nicht beschafft werden können, sind keine präzisen Vorhersagen möglich.

Es ist unser zweiter Anlauf. Der erste mußte nach 30 Minuten abgebrochen werden, weil im Cockpit eine rote Warnlampe blinkte: Überhitzung eines Motors. Die viermotorige Hercules, Baujahr 65, ist nicht mehr die Jüngste.

Sie war schon als Truppentransporter am Vietnamkrieg beteiligt. Für die Hurrikaneinsätze wurde sie nicht speziell verstärkt, nicht mal ihre Flügel.

Kurzes Briefing an Bord. Lage der Schwimmwesten, der beiden Schlauchboote, der Atemmasken, falls Feuer ausbricht. Anschließend wurde ich auf einen im Boden verankerten Hochsitz festgeschnallt, ähnlich einem Friseursessel. Vor mir eine olivgrüne Stahlwand, davor das Cockpit mit der sechsköpfigen Crew.

Rechts ein kleines Fenster und hinter mir ein riesiger zusätzlicher Treibstofftank, der fast die Häfte des ansonsten leeren Laderaums füllt.

Dessen Inhalt hält uns maximal 15 Stunden in der Luft. Zum Schluß wurden mir Ohrenpfropfen und zwei Kotztüten in die Hand gedrückt - "Don't worry, du wirst sie nicht brauchen".