Er hatte keine Chance, er erkämpfte sie sich. Ulrich Bräker aus dem schweizerischen Toggenburg, ärmster Leute Kind, Knecht, Soldat, das heißt Sklave im Heer Friedrichs II. von Preußen, verzweifelt sich in "dreckligten" Gewerben um ein Auskommen mühend, suchte leidenschaftlich wie nur je einer der vielen Autodidakten des Rousseauschen Zeitalters lesend und schreibend nach Erkenntnis und Selbsterkenntnis. Seine Schriften, die Autobiographie, vor allem aber die erst jetzt komplett edierten Tagebücher gehören zu den schönsten Kostbarkeiten der Kultur-, der Literaturgeschichte deutscher Sprache. In seinem Buch Ulrich Bräker - der Arme Mann aus dem Toggenburg zeichnet der Bremer Historiker Holger Böning das Leben dieses ungewöhnlichen Mannes nach. Die temperamentvoll erzählte quellengenaue Biographie ist, 1985 erstmals veröffentlicht, jetzt zum 200. Todestag Bräkers überarbeitet und erweitert im Verlag Orell Füssli, Zürich, neu erschienen (256 S., Abb., 49,- DM). Mehr über Ulrich Bräker auf Seite 94.