Anfang des Jahres entging José Ignacio López de Arriortúa, die ehemalige Nummer zwei des Volkswagen-Konzerns, bei einem schweren Autounfall nur knapp dem Tode. Tagelang lag der einstige Wolfsburger Topmanager im Koma, sein Leben hing am seidenen Faden. Kaum hat sich Superlópez, so sein Spitzname, gesundheitlich erholt, macht der umtriebige Spanier wieder Schlagzeilen.

Baskische Zeitungen berichten, López habe den Prototypen eines Personenwagens "entwickelt und konstruiert" und damit den ersten Schritt für eine künftige Autofabrik in López baskischem Heimatort Amorebieta getan. Der 57jährige will schon seit langem seine eigenen Fahrzeuge bauen. "Amorebieta wird seine Autofabrik erhalten", hatte López vor zwei Jahren nach seinem Rauswurf bei VW versprochen. Einen Namen hat das Kind auch schon: Loar, nach den Anfangsbuchstaben seines katholischen Schöpfers - zugleich bedeutet das "lobpreisen".

Doch obwohl an der Ortseinfahrt von Amorebieta immer noch ein Grundstück für die künftige Superfabrik bereitsteht, sind große Zweifel angebracht, ob López' Pläne zur Beglückung seiner Heimatgemeinde jemals wahr werden. Nur 5,9 Millionen Mark soll nämlich die Entwicklung des Prototypen Loar gekostet haben, ein mickriger Betrag, über den Autokonstrukteure bei den heutigen Kosten einer Neuentwicklung nur schmunzeln können. Die Skepsis hat noch einen anderen Grund: Die baskische Sparkassse BBK, die das Geld angeblich auf den Tisch gelegt haben soll, will dies auf Anfrage nicht bestätigen. Sie habe lediglich Fortbildungskurse für Ingenieure regionaler Zuliefererbetriebe finanziert, erklärt ein BBK-Sprecher. Superlópez ist persönlich nicht zu erreichen. Auf einen Sprecher, der alles aufklären könnte, verzichtet er. Wie stellt doch bei der Recherche in Amorebieta ein Kneipengast treffend fest: "López? Der redet viel."