Schlittert Großbritannien in eine neue BSE-Krise? Die Schafe des Königreichs könnten mit BSE infiziert sein, sagen Wissenschaftler. Lammfleisch ist sicher, erwidert das Landwirtschaftsministerium, das wegen seiner Pannen und Vertuschungsmanöver während der Rinderseuche immer noch unter chronischem Mangel an Glaubwürdigkeit leidet. Schlimmer noch für Londons Politiker und Bürokraten: Bei den Warnern handelt es sich nicht um Außenseiter, sondern um von der Regierung berufene Experten.

Ihre Aussage könnte der arg gebeutelten Landwirtschaft weiteren schweren Schaden zufügen. Würde man auf BSE-infizierte Schafe stoßen, stünde die Regierung vor einem Dilemma. Entweder müßte sie eine Herde von über 40 Millionen Schafen vernichten oder für die Bevölkerung ein Risiko unbestimmter Größenordnung hinnehmen.

Bislang gibt es nicht ein BSE-infiziertes Schaf. Nur ein Tier, dem man BSE-Gewebe ins Hirn spritzte, entwickelte die Symptome der Hirnkrankheit. Die Wissenschaftler weisen vorläufig also auf ein rein "theoretisches" Risiko hin. Sie wollen offenkundig auf Nummer Sicher gehen und planen kostspielige Testreihen. So nebenbei räumten sie nach zehn Jahren mit einer Mär auf, die vielerorts immer noch als Erklärung gehandelt wird: BSE wurde nicht von der Schafskrankheit Scrapie verursacht. In Sachen BSE herrscht noch längst keine Klarheit. Deshalb ist der Boden - wie eh und je - fruchtbar für Ängste der Verbraucher. Wie heißt es doch schon in der Bibel: Die Sünden der Väter ...