Die CDU will den Etat für Bildung und Forschung um 500 Millionen Mark erhöhen. Allein 200 Millionen davon sind für die Hochschulen vorgesehen, und zwar gebunden an reformträchtige Projekte. Dazu zählen nach Einschätzung des amtierenden Bundesbildungsministers Multimediaprojekte und Investitionen in die Lehre

außerdem die Einrichtung von Studiengängen mit Bachelor- und Masterabschlüssen. Unterstützt werden sollen auch Hochschulen, die ihren Studenten bei der Unternehmensgründung oder Vermarktung eigener Forschungsergebnisse helfen. Beim Hochschulbau aber wird sich nichts tun.

Hier bleibt das Budget (1,8 Milliarden) eingefroren, auch wenn der Wissenschaftsrat alleine für Gebäudesanierungen eine Milliarde für notwendig hält.

Die FDP gibt sich großzügig. Sie fordert ein Sonderprogramm für die Hochschulen. Umfang: 10 Milliarden Mark, die Bund und Länder gemeinsam aufzubringen hätten. 2 Milliarden davon kämen allein dem Hochschulbau zugute.

Woher das Geld fließen soll, ist allerdings nicht ganz klar. Vage ist auch die Position der Partei zu Studiengebühren und Bafög. Bildungsgutscheine, staatliches Grundgehalt für Studenten - so genau mag man sich in der FDP nicht festlegen. Mut zur Originalität legt nur der Exbildungsminister Jürgen Möllemann an den Tag, der angesichts der Finanzmisere die Bundesländer aufforderte, ihre Hochschulen für eine Mark zu verkaufen.

Die SPD ist gegen Studiengebühren und will deshalb im Falle eines Wahlsieges das eben erst novellierte Hochschulrahmengesetz mit einem Verbot solcher Gebühren renovellieren. Auch das sieche Bafög soll durch ein neues "Dreikörbemodell" ersetzt werden: Die SPD sieht ein elternunabhängiges "Grundgehalt" für alle Studenten vor und räumt den Bedürftigen zusätzlich ein Studiendarlehen ein. Ansonsten steht eine finanzielle Stärkung der Forschung ebenso auf der Absichts- und Bekenntnisliste wie eine Reform des Dienstrechts an den Hochschulen. Allerdings fehlt es für ersteres vermutlich am Geld und für letzteres mit Sicherheit an einem tragfähigen Konzept.

Die Grünen sind in diesem Punkt weiter. Sie haben nicht nur ein schlüssiges Konzept für eine Dienstrechtsreform (die unter anderem eine Ent-Beamtung von Professoren vorsieht), sondern mit BAFF auch einen schlüssigen Vorschlag zur Studienfinanzierung. Die Kernidee dieses "Bundesausbildungsförderungsfonds": Studenten erhalten ein elternunabhängiges Gehalt, das sie nach dem Studium "solidarisch" zurückzahlen - der Besserverdienende zahlt mehr.