Der amerikanische Klatschreporter Matt Drudge gilt unter Kollegen als chronisch unzuverlässige, gleichwohl gutunterrichtete Quelle. Glaubt man Matt Drudge, dann hat Bill Clinton bei seinem Amtseid die Bibel unter Galater 6.8 aufgeschlagen: "Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten." So was kommt von so was, pflegte meine Oma zu sagen (www.drudgereport.com).

Oma kannte sich eben aus. Sie wußte nämlich, was der Apostel Paulus bei seinen Galatern nicht so gern sah: "Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Zank, Saufen, Fressen und dergleichen" (Galater 5.19 - 21). An was erinnert uns das? Richtig, in München ist wieder "o'zapft". Das nötige Rüstzeug für einen zünftigen Wies'n-Besuch kann man sich leicht aus dem Internet herunterladen: "Des is mia wuascht" (29 Kilobyte), "Durscht!" (39 Kilobyte), "Durscht!!!" (49 Kilobyte), "Sack'l Zement" (66 Kilobyte) sowie, ganz wichtig, "Zurücktreten!" (www.pro-sieben.de/of/deutsch/35sound.htm). Auch ein Jodelkurs wäre vorher angebracht, vor allem für die Hausfrau, denn dann hat sie, wie Loriot wußte, später mal was Eigenes. Lektion eins lautet: "Hodl-oh-ooh-dee". Lektion fünf, mit Klampfe und allem Drum und Dran: "Hodl-oh-ooh-dee, hodl-ay-ee-dee, hodl-ee-dee-yi-ho" ( www.ips.k12.in.us/mskey/pods/Big_Mac_Pod/gwaltney/yodel/The_Yodel_Course.html).

Das klingt weiß Gott vernünftig, läßt sich aber nicht ohne weiteres zurückübertragen auf Münchner Verhältnisse, wo der Feinkost-Käfer dem Vernehmen nach schon darüber nachdenkt, in seiner Wies'n-Schänke für ganz viel Geld demnächst einfach mal gar nichts zu servieren. Der neue Trend nennt sich conceptual dining und wird bereits in einer schicken Kneipe in Tel Aviv praktiziert. Im Café Ke'ilu (hebräisch für: Café des Glaubens) stehen so leckere Sachen wie Aalmus oder Schafshirn in Limonensauce auf der Karte. Bloß auf den Tisch kommen anschließend nur leere Teller. "Was wollen die Leute?" fragt Manager Nir Caspi, "die Leute wollen andere Leute treffen und gesehen werden. Das Essen spielt sowieso keine Rolle." Recht hat er (www.geocities.com/WestHollywood/Heights/7601/zine14.html).

Ja, und was machen wir hinterher? Die am häufigsten gestellte Frage beim Oktoberfest, weil der Münchner, Wies'n hin, Wies'n her, Punkt 22.45 Uhr gnadenlos seine Bierbank hochklappt. Selbst der Taxler weiß da keinen Rat, wie man, wenn man nicht gerade Fritz Wepper heißt, der freilich im P1 bis zum Abwinken mit Aalmus um sich schmeißen kann, die nächsten sechs Stunden herumbekommt. Abhängen am Stahlgruberring ist auch nicht jedermanns Sache (www.traxxx.de/oktoberfest/puffs.htm).

Da fühlt man sich da so allein. Bleibt nur: wie weiland der Dichter Fauser morgens um halb vier in einen großen Lastwagen laufen. Der Rest, bittschön, Auffahrt Unterhaching, und nichts wie heim nach Fürstenfeld.