Die 2850 Beschäftigten der BHF-Bank dürfen aufatmen. Vor mehr als einem Jahr hatte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle erklärt, daß der Münchner Versicherungsriese seine Beteiligung von 16 Prozent an dem Frankfurter Geldhaus nicht mehr als "strategisch" betrachte, sie also zu verkaufen gedenke. Die dadurch ausgelöste Verunsicherung in der BHF-Belegschaft scheint seit Dienstag beendet: Neuer Großaktionär ist der niederländische Finanzkonzern ING-Gruppe, der zunächst knapp 40 Prozent des BHF-Kapitals übernahm und dafür rund drei Milliarden Mark bezahlt haben dürfte. Neben der Allianz, die bei dem Geschäft gut 1,2 Milliarden Mark kassierte, verkauften auch die Münchener Rückversicherung (8 Prozent) und das genossenschaftliche Spitzeninstitut DG Bank (10 Prozent) ihre BHF-Anteile an die Holländer. Die ING-Gruppe zählt mit einer Bilanzsumme von rund 800 Milliarden Mark und mehr als 80 000 Beschäftigten zu den größten Finanzkonzernen Europas. Im Rahmen ihrer weltweiten Expansion hatte sie unter anderem das nach einer gigantischen Fehlspekulation zusammengebrochene englische Bankhaus Barings übernommen und stieg im Frühjahr mit 49 Prozent bei der Allgemeinen Deutschen Direktbank ein. Die Übernahme durch ein ausländisches Institut dürfte den BHF-Beschäftigten nur recht sein. Denn dies sichert im Zweifel mehr Arbeitsplätze als ein Verkauf an einen deutschen Finanzkonzern.