An der Londoner Börse schießen selbst die Kurse englischer Zweitligaklubs gen Himmel. Rupert Murdochs Griff nach Manchester United hat die Fußballphantasie der Börsianer entfacht und die Konkurrenz des australischen Medienmoguls aufgescheucht. Jedermann will sich ein Stück der begehrten Software Fußball sichern, ohne die heutzutage kein Fernsehprojekt mehr reüssieren kann. Der Londoner Verein Tottenham Hotspurs ließ einen Bewerber bereits abblitzen zuwenig geboten hatte die Investmentgruppe Enic, die bereits Aktienpakete von mehreren europäischen Clubs besitzt. Hinter Enic steht auch der Medienkoloß Time Warner Turner. Derweil verhandelt der britische Fernsehkonzern Carlton TV mit Arsenal London Granada zeigt sich an Newcastle United interessiert, jenem Club, der den Verkauf des Nationalstürmers Alan Shearer erwägt - für rund 50 Millionen Mark. Hauptsache, der Preis stimmt. Das ist die einzige Regel, die der Fußballkapitalismus noch akzeptiert. Weshalb selbst Murdoch um den Zuschlag der Aktionäre von Manchester United bangen muß. Die US-Bank Salomon Smith Barney sondiert im Auftrag eines ungenannten Interessenten.

Sollten sich die Wettbewerbshüter bei der Prüfung des Deals zwischen Murdoch und Manchester United allzu viel Zeit nehmen, wird der geheimnisvolle Dritte zuschlagen. Und mit Sicherheit Murdochs Preis von 1,8 Milliarden Mark überbieten.