Amerikanische Astronomen verkündeten soeben die Entdeckung eines schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße - ohne zu erwähnen, daß dasselbe Objekt vor drei Jahren schon einmal entdeckt wurde. Bereits 1995 hatte ein Team um Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik ein solches Sternenmonster aufgespürt. Beide Gruppen schätzen, das schwarze Loch sei 2,5millionenmal so schwer wie die Sonne. Selbst die Methoden gleichen sich aufs Haar: Das MPI-Team hatte am New Technology Telescope in Chile die Bahnen von 200 Sternen verfolgt - die Astronomin Andrea Ghez und ihre Kollegen hatten am Keck-Teleskop auf Hawaii 200 Sternbahnen untersucht.

Reinhard Genzel nimmt die Dopplung gelassen: "Das nehme ich denen nicht übel - wenn die uns erwähnt hätten, hätte das doch in der Presse keine Beachtung mehr gefunden."