die zeit: Herr Bahr, die Liebe zu einem Schiff ähnelt ja bei Kapitänen der Liebe zu einer Frau. Sie waren mit einem Motorboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Erinnern Sie sich an den Schiffsnamen?

Egon Bahr: Uhh, das weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, daß es zehn Meter lang war, zwei Kabinen und eine Kochmöglichkeit hatte und man es sowohl unter als auch über Deck steuern konnte.

zeit: Denken Sie an Bord an harte Politik?

Bahr: Überhaupt nicht. Auf einem Boot ist es ungeheuer angenehm. Man schläft auch prima, wenn die Wellen so leicht gegen die Bugwand plätschern.

zeit: Wenn das Schiff Ihrem Kurs folgt, ist das ein Gefühl von Freiheit?

Bahr: Ich war vor Jahren ein begeisterter Passagier auf Frachtschiffreisen.

Ich habe im Urlaub schon Bananen aus Costa Rica und Erz aus Liberia geholt.