In Leipzig fühl' ich mich pudelwohl", beteuert Sebastian Krumbiegel, der mit den Prinzen seit 1991 den musikalischen Ruhm der sächsischen Metropole mehrt.

Nachzulesen ist das Interview in dem Leipzig-Führer, den Tobias Gohlis verfaßt hat. Hier finden sich auch einige Gründe für das prinzliche Lob: "Heldenstadt" und Boomtown, altes Buchhandelszentrum und Beispiel für den Aufschwung Ost - die vielen Facetten Leipzigs werden in dem Band übersichtlich, kundig und mit kritischer Sympathie vorgestellt.

Gohlis zeigt dabei einen Sinn für das Wesentliche: Die Überblicksartikel, in denen wichtige Leipziger Institutionen wie das Gewandhausorchester, das Völkerschlachtdenkmal oder der Hauptbahnhof vorgestellt werden, sind knapp und informativ. Die Rundgänge durch die Stadt oder die Ausflüge in die Umgebung lassen zwar kaum eine der bekannten Sehenswürdigkeiten aus, enthalten aber auch viele Hinweise auf originelle Seitenpfade. Eine interessante Bebilderung, übersichtliches Kartenmaterial und nicht zuletzt das handliche Format sind weitere Vorzüge, die das Buch zu einem nützlichen Begleiter machen.

Hervorzuheben sind auch die Beiträge, die sich der Stadtgeschichte widmen und in kurzen Abrissen wichtige Stationen erläutern. Die Montagsdemonstrationen von 1989 werden ebenso ins Gedächtnis zurückgerufen wie Johann Sebastian Bachs Zeit als Thomaskantor oder die Bombennacht vom 4. Dezember 1943.

Erfreulich ist, daß die Jahre zwischen 1945 und 1989 nicht ausgespart, sondern als Teil der neueren Stadtgeschichte kritisch gewürdigt werden.

Ein vorbildlicher Reiseführer, der einzig im Serviceteil für eine neue Auflage überarbeitet werden sollte, denn dort ist er gelegentlich etwas unübersichtlich. Doch angesichts der stilistischen und inhaltlichen Qualitäten des Bandes fällt das kaum ins Gewicht.

Tobias Gohlis: Leipzig DuMont Buchverlag, Köln 1998