Endlich ist es gewiß: Vier Tage nach der Bundestagswahl wird ein Ruck gehen durch dieses Land. Vom 1. Oktober an kann die amerikanische Pharmafirma Pfizer auch dem deutschen Verbraucher die Potenzpille Viagra zur Verfügung stellen. Endlich hat die Europäische Kommission das Mittel zugelassen, wenn auch mit Auflagen. Doch das Abgabeverbot an Jugendliche unter achtzehn wird, wie die Dinge nun einmal stehen, den Absatz nicht wirklich durchhängen lassen. Und der Verschreibungspflicht werden unsere einfühlsamen und am Patientenwohl orientierten Hausärzte sicher ohne viel Federlesens nachkommen.

Dankenswerterweise hat uns ein vorausschauender Gesundheitsminister über die Jahre an die Kostenbeteiligung für unsere Arzneien gewöhnt. Deshalb legen wir nun gern für die regelmäßige Tagesdosis Viagra zwischen 18 und 26 Mark hin.

Und Horst Seehofer wird daraus sicher den Schluß ziehen, daß wir künftig für alle unsere Pillen selber berappen können. Wenn das kein Reformruck ist.