Zwei Tage nach der Bundestagswahl, am 29. September, werden sich der Volkswagen-Konzern und sein Chef Ferdinand Piëch einmal von ihrer unbekannten, von ihrer grünen Seite zeigen. Statt von den Neuerwerbungen Rolls-Royce, Bugatti und dem geplanten 18-Zylinder-Motor soll an diesem Tag von Umweltschutz die Rede sein: Auf dem Pariser Automobilsalon will VW die Sparversion des Kleinwagens Lupo präsentieren. Mit dem kleinen Wolf wird VW als erster deutscher Automobilhersteller einen viersitzigen Personenwagen auf die Straße bringen, der auf 100 Kilometern nur rund 3 Liter Sprit schluckt.

Die Genügsamkeit fordert den VW-Ingenieuren hohen technischen Aufwand ab, der weit über ein paar Spoiler zur Erhöhung der Windschlüpfigkeit hinausgeht.

Denn von Haus aus bringt der Öko-Lupo denkbar schlechte Voraussetzungen für einen Erfolg als Sparmodell mit. Je nach Ausstattung wiegt der Standard-Lupo deutlich mehr als 900 Kilo und ist damit fast 100 Kilo schwerer als der vergleichbare Twingo vom französischen Konkurrenten Renault. Nur durch Leichtbauteile läßt sich der Lupo auf unter 800 Kilo abspecken: Aluminium für Motor, Karosserie und Türen

sehr teure Magnesiumlegierungen und Titan für weitere Baugruppen treiben den Preis steil nach oben.

Im Rahmen der üblichen Proportionen bleibt dagegen der Dieselmotor mit Turbolader. Der Hubraum des Dreizylinders fällt mit 1,2 Litern für die Spar-Aufgabe sogar recht üppig aus, was wohl vor allem daran liegt, daß auch dieser auf den existierenden Fertigungsstraßen produziert werden soll.

Dennoch: Statt rund 18 000 Mark, wie das günstigste Serienmodell, wird der Öko-Lupo um die 24 000 Mark kosten. Ohne eine interne Quersubventionierung, so ist aus Wolfsburg zu hören, wäre der grüne Wolf wohl noch deutlich teurer geworden.

Große Hoffnungen auf reißenden Absatz machen sich die VW-Vordenker gleichwohl nicht. Sie positionieren das Sparauto als Nischenprodukt im Markt, geeignet vor allem für überzeugte Umweltschützer. Das Sparpaket verstehen sie schlicht als Abrundung der Modellpalette nach unten. Als wären sie sogar stolz darauf, rechnen VW-Pressesprecher gerne vor, daß die höheren Investitionskosten durch die niedrigere Spritrechnung in den ersten Jahren keinesfalls ausgeglichen werden.