Lächerlich, die Aufregung um das Jahr 2000 und das drohende Silvesterversagen unserer Rechner. Danny Hillis denkt schon einmal weiter. Was ist im Jahre 10000 nach Christus los? fragt sich der Computerspezialist. Brauchen wir dann fünfstellige Jahresziffern? Ist die Erde überhaupt noch bewohnt? Und was bleibt künftigen Generationen von unserer Zivilisation?

Zumindest auf die letzte Frage hat Hillis inzwischen eine Antwort: Er möchte unseren Nachfahren ein gigantisches Uhrwerk hinterlassen, das 10000 Jahre lang die Zeit anzeigt. Irgendwo in den ungestörten Weiten einer Wüste, so Hillis' Vision, soll diese Uhr vor sich hin ticken, unbewegt von den Zeitläuften, als gemeinsames Erbe der Menschheit und Zeugnis technischen Genies. Prominente Mitstreiter wie Brian Eno haben sich bereits in der "Stiftung des langen Jetzt" zusammengefunden und machen sich über die Ausführung Gedanken. Im kommenden Januar wollen sie einen Prototypen der Jahrtausenduhr auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos vorstellen.

Klingt gut. Doch schon die Frage der Konstruktion eines Uhrwerks, das 10000 Jahre überdauert, spaltet die Geister. Danny Hillis selbst plädiert für simple Technik im Stil der Bronzezeit. Denn wer könne schon sagen, ob künftige Generationen noch mit Elektrizität arbeiten? Andere dagegen nörgeln, damit weise die "Uhr des langen Jetzt" eher in die Vergangenheit, und fordern futuristische Technik. Doch was ist anno 12000 noch futuristisch?

Ein Leser der Zeitschrift Wired wiederum fand Hillis' Vorschlag zu kleinmütig und schlug die Millionen-Jahre-Uhr in Steinzeittechnik vor: ein Holzstab in der Erde, dessen Schatten zuverlässig den Sonnenlauf anzeigt. Wartung: Alle 1000 Jahre einmal abstauben.