Alter: 26. Geboren in Johannesburg, Gymnasium in Frankfurt.

Schulsprecher. Politikstudium in Berlin und an der London School of Economics. Perfektes Englisch. Zahlreiche Praktika, unter anderem in der Londoner Stadtverwaltung, beim Hessischen Rundfunk und bei der Berliner Zeitung. Radiokurse. Mitarbeit in Umweltund Verkehrsprojekten. Und dann noch das Amt des stellvertretenden Juso-Vorsitzenden in Berlin.

Der Lebenslauf von Markus Rosenthal liest sich, als hätte ihn sich ein Personalchef zusammengeträumt. Engagement ohne Pause. Keine Brüche, kein vertrödeltes Jahr. Ein 26jähriger, der seltsam perfekt erscheint. Er wirkt so lässig-selbstsicher, daß ihn Töchter und Politfunktionäre gleichermaßen in ihr Herz schließen müßten: schlanke Figur, braune, locker zurückgekämmte Haare, strahlende grünliche Augen, aufrechter, aber dennoch lässiger Gang, die Kleidung ein bißchen edel, ein bißchen sechziger Jahre Secondhand-Schick.

Er ist charmant, ohne sich anzubiedern seine Sätze sind druckreif, mit kurzen Verständnispausen, die er stets dann einschiebt, wenn sein Gesprächspartner den Blick abwendet. Ehrgeiz, dieses Wort, das so häßlich nach Seitenscheitel und verkniffenem Mundwinkel klingt, nein, das hat in Markus' Sprachschatz nichts verloren. Er redet lieber davon, "alles ins Hier und Jetzt zu investieren", und vom "Spaß, sich für eine Sache voll einzusetzen". Und diese Sache heißt für Markus momentan: Politik.

Bezirksausschüsse, Parteiversammlungen, stundenlange Diskussionen - keine lästige Pflicht, sondern etwas, bei dem man, Markus lächelt, "dazulernen kann".

Als Markus in die zehnte Klasse kam, war das meistgebrauchte Wort in seinem Leben "Umweltpolitik". Gemeinsam mit seinen Mitschülern organisierte er Abwasser-Projektwochen, grub den Schulgarten um und vergrub sich mit dem Politikteil der Frankfurter Rundschau in seinem Zimmer. Und als ein neuer Schulsprecher gebraucht wurde, stellte er sich ohne langes Nachdenken zur Wahl. "Das war das Klima an der Frankfurter Wöhlerschule", erinnert sich Markus. "Alle hatten das Gefühl, daß man sich irgendwie engagieren müsse."

Freibad, Disco, ein Nachmittag im Café: Das gehörte natürlich auch "irgendwie zu meiner Jugend". Aber solche Dinge waren nur eine nette Nebensache wichtiger waren die Artikel für die Schülerzeitung, die Ökologischen Briefe und die Broschüre gegen Rechtsradikalismus.