Weibel, wer sonst. Peter Weibel, der österreichische Künstler, Medientheoretiker und Vernetzer aller Klassen, wird vom 1. Januar 1999 an Direktor des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie in Karlsruhe. Heinrich Klotz, der Gründungsdirektor des ZKM, des Medienmuseums und der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, der sein triadisches Amt auch aus Gesundheitsgründen nicht länger bewältigen konnte, hatte seinen Nachfolger selbst vorgeschlagen. Mit gutem Grund, denn in der Internationale der Medienkunst ist Peter Weibel, der einmal die ars electronica in Linz leitete, eine Professur an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst hat und außerdem der österreichische Kommissar für die venezianische Biennale ist, ein Name mit Hall. Und zudem sein eigenes Musterbeispiel für die von ihm propagierte "Kunst als Diskursanalyse", die er 1993 in Graz in der Ausstellung Kontext Kunst vorstellte und von der das ZKM ein Beispiel in Gestalt von Weibels Bodenskulptur Das Recht mit Füßen treten besitzt. "Kunst als Diskurserzeugung, Kunst als Diskurslabor" - mit Weibel folgt auf den Kunst- und Architekturhistoriker Klotz ein Philosoph und Praktikant des Zeitgeistes.

Daß er sich dabei immer vorbehält, demselben gelegentlich ein Schnippchen zu schlagen, ist seine Stärke.